Willkommen im Spotify-Club

„Manchmal willst du einfach nur einen ganz bestimmten Song hören…“

Glücklicherweise muss ich diesen Satz seit Neuestem nicht mehr hören. Die Dauerpenetration dieser Werbung hat ihre volle Wirkung erzielt.

Denn inzwischen gehöre ich zu den 50 Millionen Premium-Abonnenten von Spotify. Selbstverständlich nicht nur wegen der wegfallenden Werbung. Ein kurzes Zwischenfazit nach einer Woche: Über die Beweggründe und veränderten Musikkonsum…

Warum Spotify?

Bisher habe ich meine Musik ausschließlich über Amazon bezogen. Als Amazon-Junkie (Echo, Kindle-Tablet und FireTV) lag das nahe. Viele Titel musste ich jedoch als MP3-Download einzeln erwerben, weil sie über die Prime-Music-Flatrate nicht abrufbar waren – bei Indie-Songs keine Seltenheit. Dass das über kurz oder lang auf den Geldbeutel drücken würde, war abzusehen. Als chronisch klammer Student keine schöne Sache, also dachte ich mir: Dann zahlst du jetzt halt monatlich einen kleinen Betrag und gut ist.

Die Wahl fiel schnell auf Spotify. Ein simpler, ausschlaggebender Grund waren die Kosten: 4,99 € fallen monatlich an, Amazon Music Unlimited schlägt dagegen ohne jeglichen Studenten-Rabatt mit 7,99 € zu Buche – vorausgesetzt, man ist Prime-Kunde. Sonst erhöht sich der Preis auf 9,99 €. So viel hätte auch Spotify ohne den Studenten-Status verlangt.

Am meisten überzeugt hat mich die komfortable App: Insbesondere die Konnektivität mit anderen Geräten im Haushalt funktioniert damit spielend leicht. (Das sind mittlerweile fünf Stück!) Gefallen findet bei mir auch die Crossfade-Funktion, also quasi der fließende Übergang zwischen Track eins und zwei. Warum dieses tolle Feature allerdings nicht über Spotify Connect zugänglich gemacht wird, bleibt dagegen vorerst ein Geheimnis des Streaming-Dienstes. Ein weiterer Vorteil gegenüber Amazon: Die Verfügbarkeit von Podcasts. „Fest und Flauschig“ wäre da zum einen natürlich zu nennen, der Podcast von Olli Schulz und Jan Böhmermann läuft seit Mai 2016 exklusiv bei Spotify. Weitere Reihen, darunter einige aus öffentlich-rechtlicher Hand, ergänzen das Portfolio.

Schöne, neue Spotify-Welt?

Neue Musik lässt sich zweifellos wunderbar über Spotify entdecken – unzählige Playlists, sortiert nach Genre und Stimmung, stehen zur Verfügung. Wer sich die Mühe macht und gezielt sucht, wird fündig. Praktisch: Wenn ein neuer Track nicht mundet, wird er halt links zur Seite geschoben. Ohne Kompromisse.

Das kann man als Vorteil, aber auch als auch Nachteil sehen: Ich glaube, dass man dadurch vor allem wählerischer wird und sich weniger auf neue Titel einlässt. Im Radio bin ich auf das angewiesen, was der Festplattendudler oder die Heavy-Rotation so gerade hergibt. Da wird der Song von Anfang bis Ende gehört, und wenn es sein muss mehrmals täglich. Nicht immer, aber mitunter hilft das sogar – Achtung, jetzt gebe ich mit gefährlichem Musik-Halbwissen an: „Grower“ nennt man nämlich im Fachjargon Songs, die erst nach mehrmaligen Hören für einen selbst funktionieren. Mit Spotify könnte das der Geschichte anhören. Zumindest, wenn man undiszipliniert ist und das Ding nicht laufen lässt, wieder und wieder. Aber sind wir mal ehrlich: Wer die Möglichkeit hat, zu skippen oder Musikstücke auf ewig zu verbannen, wird recht häufig dieser Versuchung nicht widerstehen können. (Ich spreche aus Erfahrung.)

Für mich persönlich wird es die richtige Mischung ausmachen zwischen der Nutzung von Spotify und Radio. Das Eine muss das Andere nicht ausschließen. Gut gemachte Radiosendungen mit einem Moderator, der sich auskennt und dazu Anekdoten zu erzählen hat, kann schließlich kein Computerprogramm der Welt ersetzen.

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